Leider ist es keine Frage des Alters, wann Prothesen benötigt werden. Auch für Kinder werden immer häufiger Prothesen erforderlich. Sei es, dass es eine angeborene Ursache ist oder sie erworben durch Unfälle oder sie Krankheiten verursacht haben. Die Anforderungen an die Prothesen unterscheiden sich jedoch im Vergleich zu denen für die Erwachsenen. Leider war die Notwendigkeit für Kinder Prothesen zu fertigen Verletzungen, welche auf den Krieg zurückzuführen waren. Später kam eine Krankheit mit verheerenden Folgen für die Kinder aufgrund eines Medikamentes hinzu. Die Rede ist von Contergan. Heute stehen wiederum Kriegsverletzungen an der Spitze der Ursachen. Schlimm ist es vor allem für Kinder, sich im Leben mit Prothesen zurechtzufinden.

Zuzahlung der gesetzlichen Krankenkassen

Bedingt durch das schnelle Wachstum der Kinder macht es sich häufig erforderlich, dass eine neue Prothese angepasst werden muss. Dies ist für alle Beteiligten natürlich eine Frage des Geldes. Grundsätzlich besteht ein Anspruch auf die Prothesen, da es Heilmittel sind. Die Leistungspflicht, welche im § 33 Abs. 1 SGB V festgeschrieben ist, endet allerdings mit der Abdeckung der Grundbedürfnisse. Über einen Antrag jedoch kann nicht pauschal entschieden werden. Individuell hat die Prüfung zu erfolgen. Die Sachbearbeiter der gesetzlichen Krankenkassen hat nun einen gewissen Spielraum die Entscheidung zugunsten des Kindes zu treffen.

Arten von Prothesen für Kinder

Wie schwierig teilweise diese Entscheidungen sind, soll ein kleiner Überblick zu den Arten der Prothesen zeigen. Zunächst wird zwischen den Prothesen für obere und untere Extremitäten gemacht. Es war ein langer Weg, die fehlenden Gliedmaßen einfach nur zu ersetzen bis hin zu den mikroprozessgesteuerten Armprothesen. Hier erfolgt die Einteilung in 4 Rubriken. Es sind die

• myoelektrisch gesteuerten Prothesen,

• Kraftzug gesteuerten Prothesen,

• passiven Prothesen und

• Hybrid-Prothesen.

Abgeleitet ist der Name „Myo“ vom griechischen „Myos“ für Muskel. Notwendig, um die Unterarmprothese zu steuern, sind die Kontraktionen der Bizeps und der Trizeps des Oberarms und die Flexion und Extension im Unterarmbereich. Die entstehende Spannung von den Elektroden auf der Haut, wird an die Elektronik übertragen. Somit wird der Kreislauf geschlossen, damit die Prothesen ihre Funktion erfüllen können. Vorwiegend für kraftaufwendige Aufgaben werden die kraftzuggesteuerten Prothesen eingesetzt. Sie sind robust und relativ resistent gegen Feuchtigkeit. Wahlweise stehen sie als Hand oder einer Art Haken zu Wahl. Bereits der Name der passiven Prothese lässt Rückschlüsse darauf zu, dass sie keine aktiven Funktionen ausübt bzw. unterstützt.

Sie wird in der Regel aus Silikon gefertigt und ähnelt der unversehrten Hand. Der Sinn ist zum einen im kosmetischen bzw. physiologischen Bereich zu sehen. Zum anderen ist es eine Prophylaxemaßnahme bezüglich Haltungsschäden. Bei den Hybrid-Prothesen handelt es sich um eine Kombination von myoelektrisch- und kraftzuggesteuerten Prothesen. Die Funktionalität wird mit ihnen enorm erweitert. Zu der Palette der Prothesen für Kinder für die unteren Extremitäten gehören:

• ultraleichte dynamische Unterschenkelorthesen in Carbontechnik

• dynamische Fuß/Knöchelorthesen

• dynamische und statische Quengelorthesen für Arm und Bein

• Ganz-Bein Orthesen in Carbontechnik

• etc.

Tipp

Eine ständige Nachsorge beim Arzt ist insofern wichtig, damit festgestellt werden kann, wann sich eine neue Prothese erforderlich macht. Bis die Kinder ausgewachsen sind, wird dies mehrfach passieren. Hierfür ist wieder zwingend eine Verordnung des Arztes bezüglich der medizinischen Indikation notwendig, damit die gesetzliche Krankenkasse die Kosten übernimmt.