Prosthetics Outreach Foundation

is now known as Mobility Outreach International.

Künstliche Gelenke – wieso müssen Hüft- und Knieprothesen so oft ausgetauscht werden?

Eine Operation, bei welcher eine Hüft- und Knieprothese implantiert wird, ist ein relativ großer Eingriff für den Patienten. Auch der Arzt greift, solange es noch andere Alternativen gibt, nicht gleich zu dieser Option. Doch wurde einmal eine Hüft- oder Knieprothese eingesetzt wurde, geht der Patient davon aus, dass er damit sein Leben lang oder wenigstens viele Jahre, wieder ohne große Beschwerden, mobil bleibt. Doch leider ist dies nicht der Fall. Relativ häufig müssen Hüft- und Knieprothesen ausgetauscht werden.

Ursachen für einen Austausch der Hüft- und Knieprothesen

Bei einer Hüftprothese kann davon ausgegangen werden, dass sie nach 15 bis 20 Jahren auszutauschen ist. Doch die Statistik sagt etwas anderes. Von den rund 400.000 Hüft- und Knieimplantaten, welche jährlich in Deutschland eingesetzt werden, muss mehr als jede zehnte Prothese wieder entfernt und durch eine andere ersetzt werden. Vorwiegend sind es die folgenden Gründe, die einen Austausch erforderlich machen.

  • Lockerung
  • Infektionen
  • Luxation

Nachdem die Implantate eingesetzt wurden, kann es zu einer Fehlbelastung durch den Patienten kommen. Dies führt zum verstärkten Abrieb des Materials, was eine Lockerung zur Folge hat. Gewebeveränderungen können ebenfalls für eine Lockerung verantwortlich sein. Rund 36 % der Ursachen sind die aseptischen Lockerungen. Diese Lockerungen sind nicht auf bakterielle Infektionen zurückzuführen.

Bakterielle Infektionen können nämlich den Knochen selbst und auch das umliegende Gewebe schädigen. Prozentual kann von rund 15 % ausgegangen werden, dass die Infektion die Ursache für den Austausch der Hüft- und Knieprothesen ist. Um die 17 % werden der Luxation der Totalendoprothese angelastet.

Allergische Reaktionen können bei einem solchen Eingriff nicht ausgeschlossen werden. Doch durch die gründliche Vorbereitung auf den Einsatz von Hüft- und Knieprothesen ist diese Ursache stark rückläufig. In jedem Fall wird der behandelnde Arzt einen Allergietest durchführen. Außerdem werden die Materialien, welche zur Herstellung von Hüft- und Knieprothesen verwendet werden immer verträglicher. Ein geringer Prozentsatz der Ursachen lässt sich nicht eindeutig klären.

Titan als Material für Hüft- und Knieprothesen

Obwohl, laut www.welt.de (Weltn24 Artikel vom 07.07.2010), Titan-Implantate über viele Jahre für Hüftprothesen als ideales Material galten, reagierten viele Patienten allergisch. Das Problem ist hierbei darin zu sehen, dass aus rein immunologischer Sicht Titan keine Allergie hervorruft. Dabei darf eine Unverträglichkeit nicht mit einer Allergie verwechselt werden. Wegen der hervorragenden Einheilungsquoten wurde Titan bevorzugt implantiert.

Wird eine Allergie bei Hüft- und Knieprothesen aus Titan festgestellt, gestaltet sich die Hilfe recht schwierig. Sehr schmerzhaft für den Patienten sind die damit verbundenen Entzündungen. Aus diesem Grund ist eine Unverträglichkeitsprüfung auf dieses Material unerlässlich.

Gentest zur Verträglichkeitsbestimmung

Der Unverträglichkeitstest gliedert sich in zwei Stufen. Zunächst wird die Sensibilität des Patienten getestet. Der zweite Teil betrifft die Fresszellen, welche sich im Körper befinden. Stellt sich eine Überreaktion auf Titan heraus, muss eine Alternative, bezüglich des Materials für die Hüft- und Knieprothesen, gewählt werden. Im Vorfeld ist zu prüfen, ob dieser Test von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird. Die Kosten für den Test belaufen sich auf rund 100 Euro.

 

Das Leben mit der Beinprothese

Kaum jemand beschäftigt sich mit dem Thema Amputation, wenn es ihn nicht akut betrifft. Kommt die Diagnose, dass ein Bein amputiert werden muss, ist es für die Betroffenen zunächst ein Schock. Obwohl es sich um einen relativ großen Eingriff handelt, der sehr belastend ist, kann mit der optimalen Vorbereitung der Operation, der folgenden Reha-Maßnahmen, der Unterstützung der Familie und dem eigenen Willen, ein großer Teil der Mobilität erhalten bleiben.

Ursachen einer Amputation

Das chirurgische Abtrennen von einem Körperteil wird als Amputation bezeichnet. Es ist die letzte Möglichkeit, welche in Betracht gezogen wird, da eine Wiederherstellung der Funktionalität möglich und die Erhaltung des Körperteils ausgeschlossen ist.

Bei den Ursachen für eine Amputation nehmen Arterienverkalkungen die erste Stelle ein. Bei Arterien kann es, durch eine schwere Form von Diabetes, bei Rauchern oder auch bei stark erhöhten Blutfettwerten, zum Verschluss kommen. Eine Versorgung mit Sauerstoff im ausreichenden Maße ist nicht mehr gegeben. Dies führt zu einer Gewebsnekrose. Werden die Betroffenen Gliedmaßen nicht rechtzeitig amputiert, kann eine Sepsis die Folge sein.

Nur etwa 20 % andere Ursachen, wie Infektionen, Tumorerkrankungen oder Unfälle, ziehen eine Amputation nach sich. Bei den Amputationsarten wird unterschieden in die Unterschenkelamputation und die Oberschenkelamputation.

Notwendigkeit einer Rehabilitation

Um ein optimales Leben mit Beinprothesen führen zu können, ist die Rehabilitation, welche sich nach der Akutversorgung anschließt, sehr wichtig.

Nachdem der Aufenthalt im Krankenhaus abgeschlossen ist, sollte sich die Reha-Maßnahme nahtlos anschließen. Hier bekommt der Patient die professionelle Unterstützung, welche er benötigt, um sich mit seiner Beinprothese im Alltag zurechtzufinden.

Dauer einer Reha-Maßnahme

In der Regel wird ein Zeitraum von 3 Wochen nicht unterschritten. Je nach dem Kostenträger werden beispielsweise von der Berufsgenossenschaft von 5 bis zu 7 Wochen genehmigt. Doch eine pauschale Aussage hierzu lässt sich nicht treffen. Es kann sich schon während der ersten Reha-Maßnahme abzeichnen, dass der genannte Zeitraum nicht ausreicht. Ob es eine Verlängerung sinnvoll ist, liegt im Ermessen des Arztes.

Nicht selten werden die Patienten während des Anpassungsprozesses nach Hause entlassen. So können sie testen, inwieweit sie mit der Knieprothese zurechtkommt. Doch oftmals macht sich ein weiterer Aufenthalt in einem Reha-Zentrum erforderlich. Ursache kann die Schwankung des Volumens vom Stumpf sein. Vor allem in den ersten 6 bis 9 Monaten sind noch medizinische Unterstützungen nötig. Damit der Patient die wiedererlangte Mobilität nicht wieder einbüßt oder diese sogar verbessert werden kann, ist eine Schaftversorgung angezeigt.

Zurück im Alltag

Um im täglichen Leben mit der Beinprothese relativ problemlos zurechtzukommen, ist ein eisernes Training wichtig. Es gilt die Muskulatur von Armen, Beinen und des Rumpfes zu stärken. Zu beachten hierbei ist, dass sich die Muskulatur relativ langsam aufbaut, aber es rasant zu einem Abbau kommt. Nach erfolgreicher Operation sind zunächst das Stehen und das Laufen mit der Prothese zu erlernen.

Sehr wertvoll ist die Anleitung von Physiotherapeuten. Wer schon im Vorfeld über die Amputation im Bilde ist, kann die Zeit bis zum Eingriff nutzen, um die entsprechende Muskulatur zu stärken. Gezielt sind die Übungen, welche die Experten mit den Patienten durchführen. Auch diese führen nur zum Erfolg, wenn sich korrekt ausgeführt werden. Übungen gibt es für die Ausführung im Liegen, im Sitzen und im Stehen. Es ist kaum zu glauben, wie schnell es zu Versteifung von Gelenken und Verkürzung der Muskulatur kommt.

Schwierigkeiten

Besondere Schwierigkeiten sind bei dem selbstständigen Aufrichten und dem Stehen zu erwarten. Da ist eine professionelle Anleitung der Physiotherapeuten sehr hilfreich. Die nächste Hürde stellt das Gleichgewicht dar. Doch das konsequente Training wird helfen sich schnell im Alltag zurechtzufinden.

Metall-Implantat-Allergie nach Hüftprothese oder Knieprothesen – Ursachen, Symptome und Alternativen

Viele Menschen entwickeln Allergien auf Fremdkörper im Körper. Die häufigsten Allergien betreffen Materialien, wie Kobalt, Nickel oder Chrom. Bestand zuvor keine Allergie, ist nicht auszuschließen, dass eine Kontaktallergie sich im Laufe der Zeit entwickelt. Werden Implantate aus Metall beispielsweise Hüftgelenke oder Kniegelenke eingesetzt, können die daraus resultierenden Folgen bei einer Allergie, verheerend sein.

Symptome, Diagnostik und Behandlung

Die folgenden Symptome sind bezeichnend für eine Metall-Implantat-Allergie.

  • Schwellungen
  • Schmerzen
  • Nervenreizungen

Die Gefahr ist darin zu sehen, dass sich eine Metall-Implantat-Allergie nicht unmittelbar nach der Operation zeigt. Teilweise vergehen Jahre, bis die genannten Symptome bemerkt werden. Bis dahin kann es bereits zu einer Infektion gekommen sein.

Als erste Maßnahme der Diagnostik ist die Durchführung von einem Epikutantest. Dieser Test ist ein Provokationstest. Auf den Rücken der Patienten werden ganz spezielle Pflaster aufgebracht. Diese sind mit diversen Allergieauslösern versetzt. Ein erstes Indiz für eine Allergie ist die auffallende Reaktion der Haut. Es schließt sich die Labordiagnostik an. Zu diesem Zweck wird dem Patienten Blut entnommen. Gezielt werden Tests bezüglich der Metalle vorgenommen, aus welchem das verwendete Implantat, besteht. Zur Sicherung der Diagnose kommen die histologischen Untersuchungen an die Reihe. Gewebeproben werden hierfür vom Arzt aus dem betroffenen Gelenk entnommen. Diese werden ans Labor weitergegeben. So können Infektionen eindeutig festgestellt oder ausgeschlossen werden.

Nachdem dem Arzt die Befunde der Untersuchungen vorliegen und sich seine Verdachtsdiagnose bestätigt hat, kann es mit der Behandlung beginnen. Zur Linderung der Symptome wird er mit einer Kortisontherapie beginnen.

Alternativen bei einer Metall-Implantat-Allergie

Bei einigen Patienten minimiert sich der Schmerz im Laufe der Zeit. So kann das Implantat im Körper verbleiben. Anderenfalls, oder auch wenn sich das Metallimplantat lockert, ist ein Austausch und den Einsatz eines anderen Werkstoffes unausweichlich.
Es bieten sich statt der Nickel-Chrom-Kobalt-Prothesen beispielsweise die Titan-Implantate an. Es ist ein Werkstoff, der sehr selten eine Allergie auslöst. Allerdings sind sie erheblich teurer als die Nickel-Chrom-Kobalt-Prothesen und weniger lange haltbar.

Doch auch mit den sogenannten anti-allergischen Multilayerprothesen sind Metall-Implantat-Allergien nicht gänzlich auszuschließen. Hierfür ist die Begründung ganz simpel. Im Gegensatz zu den Implantaten aus anderen Materialien fehlen für die anti-allergischen Prothesen Langzeiterfahrungen. 1971 wurden die ersten Implantate aus Metall und Kunststoff auf dem Markt präsentiert.

Jeder Arzt wird vor dem Einsatz von Hüftprothesen oder Knieprothesen mit dem Patienten ein Gespräch führen und die Anamnese (Krankheitsgeschichte) erheben. An dieser Stelle sind alle bekannten Allergien, speziell Metallallergien, bekannt zu geben. Obwohl nicht gleich ein Zusammenhang offensichtlich ist, gehören allergische Reaktionen nach dem Einsatz von Zahnimplantaten dazu.

Fortschritte in der Handchirurgie – dank mikrochirurgischer Verfahren

Wie wichtig Hände für das tägliche Leben sind, wird meist erst bemerkt, wenn sie, oder auch nur teilweise nicht mehr voll funktionstüchtig ist. Sie werden zu den Tätigkeiten wie das Anziehen, die Hygiene, die Ernährung, die Arbeit und den Freizeitbereich benötigt. Ein Zusammenspiel zwischen den Sehnen, den Muskeln, der Knochen, der Haut und vor allem des Gehirns, sind unerlässlich.

Durch die Fortschritte in der Handchirurgie können sich viele Patienten freuen, dass sie nach einer professionellen Behandlung, ein großer Teil der verloren gegangenen Fähigkeiten zurückerhalten.

Wirkungsbereiche der mikrochirurgischen Verfahren

Teilweise bleibt eine konservative Behandlung relativ erfolglos, wenn der Patient die Zeichen, wie Sehnenscheidenentzündungen, Reizzustände oder andere Beschwerden der Hand, längere Zeit ignorieren. Die konservativen Maßnahmen müssen wesentlich länger durchgeführt werden, ehe sie von Erfolg gekrönt sind, ausreichend. Die Rede ist vom Ruhigstellen, Medikamenten oder Behandlungen mit Salben.

Wurde nachweislich schon ein Teil der Funktionalität einzelner Finger stark reduziert oder gänzlich eingebüßt, bleibt nur noch der chirurgische Eingriff.

Wesentlich häufiger sind Patienten auf das Können der Chirurgen angewiesen, wenn es sich um die folgenden Ursachen handelt.

  • Verbrennungen
  • Verätzungen
  • Erfrierungen
  • Frakturen
  • Zerrungen
  • Verstauchungen

Begonnen wird auch in diesen Fällen oftmals mit der konservativen Behandlung. Dennoch muss in jedem Fall die Hand einem Experten vorgestellt werden. Handelt es sich beispielsweise um einen offenen oder einen komplizierten Knochenbruch, ist eine Operation unumgänglich. Es können sonst Spätschäden eintreten, die unter Umständen nicht mehr korrigiert werden können.

Mikrochirurgischen Verfahren kurz erklärt

In den letzten Jahren ist die Entwicklung auf diesem Sektor rasant vorangeschritten. Dem Chirurgen stehen für seine Arbeit Kleinst-, Mini- und Mikroplatten und -schrauben zu Verfügung. Deutlich verbessert wurden die Operationsergebnisse nicht zuletzt durch externe Stabilisatoren. Der Meilenstein in der Mikrochirurgie wurde schon vor Jahrzehnten gelegt. Doch die innovative Weiterentwicklung ist für die Handchirurgie eine unermessliche Bereicherung.

Konnten bis dato fast ausschließlich Sehnen genäht werden, ist es möglich, dank der mikrochirurgischen Verfahren möglich, auch Gefäße und Nerven zu nähen. Die Nähte sind besonders fein, dabei aber extrem reißfest. Mit der früh-funktionellen Nachbehandlung kann zügig nach dem Eingriff begonnen werden. Durch die Behandlung durch Ergotherapeuten oder anderen Spezialisten wird die Gebrauchsfähigkeit und Funktionalität der betroffenen Hand viel schneller erreicht.

Diagnostik

Die komplexen Vorgänge, die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben, müssen präzise untersucht werden. Nur durch detaillierte Kenntnisse können die mikrochirurgischen Verfahren gewinnbringend für den Patienten angewandt werden. Dies betrifft sowohl die topographische als auch die funktionelle Anatomie.

Begonnen wird meist mit der Röntgendiagnostik. Unter anderem lassen sich folgende Ursachen für die Schmerzen bzw. Bewegungseinschränkungen erkennen.

  • Verletzung des Knochens
  • Fremdkörper
  • Gelenkveränderungen
  • Krankheiten

Zur Bestätigung der Verdachtsdiagnose kann der behandelnde Arzt noch eine Kernspin-Computertomografie oder eine hochauflösende Computertomografie anordnen. Diese Untersuchungen dienen der Feststellung von Einschränkungen der Leistungsfähigkeit. Ursachen können krankhafte Veränderungen des Greif- und Tastorgans sein.

Resümee

Wie bereits mehrfach erwähnt, stellt die Handchirurgie den anspruchsvollsten Teil der plastischen Chirurgie dar. Daher durchlaufen die Chirurgen dieses Spezialgebietes eine umfassende Ausbildung. Durch die Mikrochirurgie wurde eine völlig neue Dimension erreicht. Ein hohes Maß an technischer Sicherheit bringt die mikrochirurgische Gefäßnaht mit sich.

Replantationen

Übersetzt aus dem Lateinischen bedeutet „Replantare“ – „Wiedereinpflanzen“. Teilweise benutzen Ärzte auch den Begriff Reimplantation.

Einsatzmöglichkeiten

Einige der vielseitigen Gebiete sind,

  • Annähen von Gliedmaßen
  • Einsetzen von Zähnen
  • Organe, welche verlagert waren, können korrigiert werden

Um eine gute Chance, vor allem bezogen auf die Funktionsfähigkeit, bleibt gegeben, wenn beispielsweise abgetrennte Gliedmaßen, bis zum wieder annähen, gekühlt werden.

Es gibt noch weitere Faktoren, welche den Erfolg einer Replantation beeinflussen. Bei dem Patienten selbst stellen sich die Fragen nach dem Alter, dem allgemeinen Gesundheitszustand etc. von dem Implantat ist ausschlaggebend, in welchem Zustand es sich befindet. Dabei ist zu beachten, wie es während der Zeit zu behandeln ist, bis eine schnelle Replantation erfolgen kann. Neben dem bereits erwähnten Kühlen ist der Schutz vor Verschmutzungen, durch das Abdecken mit Tüchern (optimal sind diese steril), wichtig. Die Art der Amputation und die Fragen, ob Nerven und Gefäße komplett durchtrennt wurden, sind ein weiterer Faktor für die Prognose.

Ablauf der Replantation

Zwei Möglichkeiten werden hierfür kurz vorgestellt. Es handelt sich um die Replantation für ausgeschlagene Zähne und um die Replantation von Gliedmaßen.

ausgeschlagene Zähne

Eine Replantation bei dem Milchgebiss wird häufig nicht vorgenommen, wenn Zähne ausgeschlagen wurden. Hier ist es meist sinnvoller abzuwarten, bis die bleibenden Zähne nachgewachsen sind.

Anderenfalls wird der Zahn, soweit vorhanden nachdem er eingesetzt wurde fixiert. Hierzu verwendet der Dentist eine Schiene, welche mit den Nachbarzähnen verbunden wird. Oftmals ist diese Behandlung begleitet von einer Wurzelkanalbehandlung.

abgetrennte Gliedmaßen

Unterschiedlich schwierig sind die Reimplantationen bei abgetrennten Gliedmaßen. Sie können abgerissen worden sein. Es ist eine Ablösung durch Quetschungen möglich. Der günstigste Fall ist, wenn sie glatt abgetrennt wurden. In erster Linie ist auf die Wiederherstellung der Durchblutung zu achten. Durch die innovative Mikrochirurgie kann eine Funktionsfähigkeit erreicht werden. Hierfür müssen auch die Muskeln und Nerven vernäht werden. Wurden Knochen durchtrennt, werden für deren Fixierung Drähte, Schrauben und Platten verwendet.

Nach dem chirurgischen Eingriff werden die betroffenen Gliedmaßen ruhiggestellt. Anordnen wird der Arzt einen Gerinnungshemmer. Dieser ist zuständig, dass es nicht zu einer Thrombose (Gefäßverschluss) kommen kann. In der Regel ist es Heparin. Prophylaktisch kann noch ein Antibiotikum verordnet werden, um Entzündungen zu vermeiden.

Reimplantierbare Körperteile

Mit recht guten Erfolgen wurden die Reimplantationen vorgenommen, wenn die folgenden Gliedmaßen betroffen waren:

  • Finger
  • Zehen
  • Hände
  • Arme
  • Beine
  • Füße
  • Penis
  • Zähne

Diese Aufzählung kann durch jüngste Erfolge noch um Reimplantation von Gewebe des Eierstocks, erweitert werden. Diese Methode wurde bisher noch nicht so häufig angewandt. Dennoch erblickten rund 20 Kinder weltweit nach einem solchen Eingriff, das Licht der Welt.

Ebenfalls erfolgreich ist die Reimplantation auf dem Sektor der Gefäßchirurgie. Replantiert werden können Koronararterien, also Herzkranzgefäß und Koronarostien, also Gefäße, welche vom Hirn abgehen, im Rahmen von Herzoperationen.

Leider ist nach Unfällen der Schädel häufig erheblich verletzt. Durch die Reimplantation steht dem Chirurgen die Möglichkeit offen, Teile des Schädels zu reimplantieren.

Perspektivisch wird sich das Areal der Einsatzmöglichkeiten von Reimplantationen noch erheblich erweitern. Viele Patienten büßen nach einem Unfall dadurch ihre Selbstständigkeit nicht völlig ein.

Bionische Handprothesen – wie gut funktionieren sie?

Dass es Handprothesen schon länger gibt, ist bekannt. Doch wer hätte gedacht, dass in einer Mumie von 600 Hundert vor Christus bereits eine Prothese (großer Zeh) entdeckt wurde. Etwa 300 vor Christus soll die erste Handprothese der römische Offizier Marcus Sergius Silus getragen haben.

Doch in der Funktionalität und der Optik stehen sie in keinem Vergleich zur bionischen Handprothese.

Entwicklung der bionischen Handprothese

Konstruiert haben Schweizer Wissenschaftler die bionische Handprothese, welche in Verbindung mit dem Nervensystem steht. An die Prothese werden die sensorischen Daten vom Gehirn weitergeleitet. Es erfolgt eine Steuerung der bionischen Handprothese über Nervensignale. Die Rückmeldung vom Träger der Prothese, was er greifen möchte, wird vom Gehirn an die Prothese geleitet.

Funktionsweise

Es wird zwischen dem Gehirn und der Prothese des Patienten eine Verbindung hergestellte. Hierzu wird eine Zwei-Wege-Verbindung zum Nervensystem bewerkstelligt. Die Steuerung der bionischen Handprothese erfolgt über Nervensignale, welche vom Gehirn des Patienten kommen. Die Prothese ist mit Berührungssensoren ausgestattet, die nach Eingang des Befehls die Rückmeldung an das Gehirn geben.

Als Meilenstein auf diesem Gebiet erlangte die bionische Handprothese ihr Ansehen, da die Rückmeldung in Echtzeit erfolgt.

Versehen wurden die bionischen Handprothesen mit Sensoren deren Sitz im Handgelenk, der Handfläche und den Fingerspitzen, ist. Indem nicht nur zwei Bereiche mit Senioren ausgestattet sind, fühlt es sich für den Träger fast wie seine eigene Hand an.

Vor- und Nachteile

Zu den Vorteilen gehört das Aussehen. Ferner können alle Funktionen, die bisher von einer implantierten Hand möglich waren, ausgeführt werden. Zwei große Pluspunkte sind darin zu sehen, dass ein Abstoßungsprozess quasi ausgeschlossen ist und der Patient muss demzufolge nicht dauerhaft starke Pharmaka zu sich nehmen.

Bei den Nachteilen sind die hohen Kosten von rund 15.000 Euro pro Prothese zu nennen. Ferner können die bionischen Handprothesen nicht jedem Patienten eingesetzt werden. Ist beispielsweise das Nervengewebe zu sehr geschädigt, ist eine derartige Prothese ungeeignet. Ferner sind die psychologischen Voraussetzungen des Patienten vor einem solchen Schritt zu prüfen.

Kostenübernahme

Wie bereits erwähnt sind die Kosten mit 15.000 Euro für eine bionische Handprothese enorm hoch. Dabei wird dem Wort bionisch oft zu viel Bedeutung beigemessen. Es handelt sich um spezielle Handprothese, deren Funktion hauptsächlich von den Sensoren abhängig ist. Viele Modelle elektrischer Handprothesen sind ebenfalls recht teuer. Stellten die Patienten einen Antrag bei ihrer zuständigen gesetzlichen Krankenkasse für die Kostenübernahme für eine bionische Handprothese, mussten sie meist mit einer Absage rechnen.

Demzufolge sollten die Betroffenen, ehe sie dem Eingriff zustimmen, zunächst den Rat des behandelnden Arztes suchen und dann den Antrag bei ihrer Krankenkasse stellen.

Rekonstruktion aus Eigengewebe

Bei dem Thema Rekonstruktion aus Eigengewebe wird dies sofort mit einer Brustoperation in Verbindung gebracht. Nach einer Krebsoperation ist dies die beste Alternative, den betroffenen Frauen wieder ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Doch die Rekonstruktion aus Eigengewebe können auch andere Körperteile, wie die Ohren, die Nase und dergleichen, betreffen. Oftmals sind es Krebserkrankungen, welche eine Rekonstruktion aus Eigengewebe erforderlich machen. Aber es kommen auch Behandlungen dieser Art nach Unfällen in Betracht.

Verfahren zur Rekonstruktion aus Eigengewebe

Die plastisch-rekonstruktiven Chirurgen können eine der folgenden Methoden nutzen.

DIEP-Lappen Methode (DIEP-FLAP)

Zunächst werden aus dem Unterbauch Haut- und Fettgewebe, inklusive Blutgefäßen, entnommen. Vom Schambein über den Bauchnabel wird ein Schnitt vorgenommen. Dieser hat einen Verlauf, der quer- und ovalförmig ist. Bei der amputierten Brust wird die Haut in dieser Höhe geöffnet. Die entnommenen Gewebeteile werden von dem Chirurgen in die Form einer Brust gebracht, ehe die Blutgefäße mit denen der Brust verbunden werden. Die Nähte können nun verschlossen werden.

Die Vorteile sind darin zu sehen, dass keine Schwächung der Bauchwand zu erwarten ist, da kein Muskelgewebe entnommen wurde. Zudem kann ein ansprechendes ästhetisches Resultat erwartet werden, da die Brust individuell geformt werden kann. Narben, weder am Unterbauch noch an der Brust, sind gleich offensichtlich. Ein positiver Nebeneffekt ist die mit dem Eingriff verbundene Bauchdeckenstraffung.

Latissimus dorsi Lappenplastik

Bei dieser Methode findet man meist eine Kombination von Eigengewebe und Implantat vor. Inklusive Fettgewebe wird eine Verlagerung des Musculus latissimus dorsi vorgenommen. Versetzt wird dieser vom Rücken auf den vorderen Teil des Oberkörpers. Zwingend erforderlich ist die Durchtrennung des Nervs. Wiederum kann eine optimale Form der Brust durch das dafür geeignete Fettgewebe erfolgen. Für die Durchblutung zeigt sich der Muskel hauptsächlich verantwortlich. Die Narbe am Rücken kann durch einen passen BH kaschiert werden.

Bei den Vor- und Nachteilen dieser Methode überwiegen die Nachteile. Vorteilhaft ist, dass die Blutversorgung nicht unterbrochen werden muss. Volumenverlust des Rückenmuskels, Bewegungseinschränkungen und zusätzlich benötigte Implantate gehören zu den Nachteilen.

Superior/Inferior gluteal artery perforator Lappenplastik (SGAP/IGAP-FLAP)

Alternativ, nämlich wenn weder körpereigenes Gewebe aus dem Rücken oder den Bauch in Betracht kommt, ist diese Methode. Verwendet wird das Gewebe der Haut bzw. der Unterhaut aus dem Gesäß. Bei der SGAP-FLAP-Methode sind es Gewebelappen aus dem oberen Teil und bei den IGAP-FLAP-Varianten aus dem unteren Teil des Gesäßes.

Vorteile sind darin zu sehen, dass die Narbe in der Brustfalte liegt und das Eigengewebe sich gut formen lässt.

Fasciocutaner infragluteal Lappen (FCI-FLAP)

Das Haut- und Fettgewebe, welches aus der Gefäßfalte entnommen wird, ist nur ausreichend zur Modellierung kleinerer und mittlerer Brüste geeignet. Eine Desensibilisierung der Rückseite der Oberschenkel ist nicht auszuschließen.

TUP oder TMG Lappenplastik (TUG- oder TMG-FLAP)

Diese Methode ist vergleichbar mit den bereits beschriebenen Eingriffen wie bei DIEP-FLAP bzw. SGAP-FLAP und IGAP-FLAP.

Profunda Artery Perforator Lappen (PAP-FLAP)

Aus der Innenseite des Oberschenkels werden Haut- und Fettgewebe, aber kein Muskelgewebe, entnommen. Dadurch ist die Narbenbildung gering. Es kann Liposuktion erforderlich werden.

TRAM-Lappenplastik (TRAM-FLAP)

Da die gestielte TRAM-Lappenplastik (TRAM-FLAP) wegen der vielen Nachteile in der Praxis kaum angewandt wird, sollte sie nur erwähnt werden.

Eigengewebe Vorteile gegenüber Implantaten

  • Operationszeit sehr kurz
  • Operation relativ einfach
  • Schmerzen nach dem Eingriff geringer als bei Eigengewebe
  • Narben in anderen Körperregionen entstehen nicht
  • Wundheilungszeit ist kürzer

Lediglich die Gewöhnungszeit ist etwas länger. Eventuelle Verhärtungen des umliegenden Bindegewebes sind nicht auszuschließen. Problemtisch kann sich eine Strahlentherapie gestalten.
Trotz vieler Bedenken werden Implantate, vor allem zum Brustaufbau, von Chirurgen als relativ sicher bezeichnet.

Möglichkeiten der plastischen Chirurgie: Hauttransplantationen nach Verbrennungen

Schwerwiegend können die thermischen Schädigungen der Haut, verursacht durch Verbrühungen und Verbrennungen, sein. Da, je nach Schwergrad der Verbrennungen Narben zurückbleiben können, ist nicht nur eine Schädigung der Haut bei den Patienten zu diagnostizieren, sondern meist auch psychische Schäden. Vor allem dann, wenn die Verbrennungen im Sichtbereich wie dem Gesicht, dem Hals, dem Dekolleté und den Händen, vorliegen. Die plastische Chirurgie hält aber Behandlungsmöglichkeiten bereit, welche die Narbenbildung lindert oder fast gänzlich beheben lässt. Es handelt sich um die Hauttransplantation.

Schwergrade der Verbrennungen

Folgender Liste sind die Schwergrade, ihre Anzeichen, betroffene Hautschichten und Therapien zu entnehmen.

Schwergrad 1

  • Rötung der Haut, Schwellung und Schmerzen
  • Epithelschädigung ist oberflächlich, Zellschädigung liegt nicht vor
  • Heilung ohne konservative Maßnahmen, Kühlen gegen die Schmerzen

Schwergrad 2 A

  • Rötlich-weißliche Blasenbildung, schmerzhafte Schwellungen und Rötung, noch wegdrückbar
  • Epidermis ist geschädigt, zusätzlich von der Dermis oberflächliche Teile
  • Konsultation des Arztes zu empfehlen, heilt meist spontan, Kühlen gegen die Schmerzen

Schwergrad 2 B

  • Nicht mehr wegdrückbar ist die Rötung, sehr schmerzhaft, rötlich-weißlich Blasenbildung
  • Schädigungen der Epidermis und der Dermis, Haarfollikel und Nägel sind noch nicht betroffen
  • Begutachtung durch den Arzt erforderlich, eventuelle Einleitung chirurgischer Intervention

Schwergrad 3

  • Haut löst sich, Farbe der Hautregion grau bis Schwarz, keine Schmerzen, lederartige Hautgebiete färben sich nach der Reinigung Weiß
  • Totale Zerstörung der Epidermis, der Dermis, Verlust der Haare und der Nägel
  • Nach ärztlicher Begutachtung zwingend chirurgische Intervention angezeigt, Transplantation

Behandlungsmöglichkeiten

Operative Behandlungen werden ab der Verbrennung des Grades 2 B und 3 unumgänglich. Es sind die Hautschichten, welche für eine spontane Heilung erforderlich sind, zerstört. Wichtig ist, in der Anfangsphase sofort das verbrannte Gewebe operativ zu entfernen.

Je nach dem Umfang der Operation sind weitere Maßnahmen, wie die künstliche Beatmung und die Verabreichung von Medikamenten nötig. Vor einer Hauttransplantation müssen alle abgestorbenen Hautpartien entfernt werden. Eine Sepsis kann sonst nicht ausgeschlossen werden.

Die Wunden werden, wenn nicht zur groß, mit Eigenhauttransplantaten verschlossen. Es ist hierzu erforderlich eigene Haut als Spenderhaut zu entnehmen. Es werden dafür dünne Schichten der Haut des Patienten abgetragen. Der Heilungsprozess der Areale, wo die Hautentnahme erfolgte, dauert etwa 10 bis 14 Tage.

Alternativen zu Eigenhauttransplantaten

Unterschiedliche Gründe können dazu führen, dass eine Eigenhauttransplantation im Moment oder generell nicht möglich ist. Als Grund kommen zu geringe Entnahmemöglichkeiten in Betracht. In diesem Fall kann sich der Chirurg, in Absprache mit dem Patienten, für einen Hautersatz entscheiden.

Vorübergehende Alternativen für die Abdeckung der Wunden können,

  • allogene Spalthauttransplantation
  • künstlicher Hautersatz
  • Schweinehaut

sein.

Da es sich bei den eben genannten Alternativen um zeitlich begrenzte Wundverschlüsse handelt, steht noch die Narbenplastik zur Verfügung. Unter Narbenplastik ist ein operativer Eingriff zu verstehen, welcher die Narbe korrigiert. Dies ist aus kosmetischer Sicht, aber auch wegen der Verbesserung der Funktionsfähigkeit des betroffenen Areals, durchzuführen.

Die Narbenbildung gestaltet sich nach Ursache und dem Ort der Hautstellen unterschiedlich. So kann es sich um eingezogene Narben (atrophe Narben) oder um erhabene Narben (hypertrophen Narben) handeln. Behandelt werden die Narben durch das Unterspritzen durch den Arzt oder das Entfernen, durch Schneiden, des Narbengewebes.

Ist der Narbenverlauf jedoch ungünstig oder es kommt zu Narbenkontrakturen (Narben, welche Stränge in der Bewegung einschränken), sieht sich der Arzt gezwungen, die Verlaufsrichtung der Narbe zu verändern. Bei der Z-Plastik führt er entweder Z-Schnitte oder W-Schnitte durch. Eine weitere Variante ist, die geschädigte Haut zu dehnen. Hierzu wird ein Expander implantiert und über Wochen hinweg mit Kochsalzlösung gefüllt.