Eine Operation, bei welcher eine Hüft- und Knieprothese implantiert wird, ist ein relativ großer Eingriff für den Patienten. Auch der Arzt greift, solange es noch andere Alternativen gibt, nicht gleich zu dieser Option. Doch wurde einmal eine Hüft- oder Knieprothese eingesetzt wurde, geht der Patient davon aus, dass er damit sein Leben lang oder wenigstens viele Jahre, wieder ohne große Beschwerden, mobil bleibt. Doch leider ist dies nicht der Fall. Relativ häufig müssen Hüft- und Knieprothesen ausgetauscht werden.

Ursachen für einen Austausch der Hüft- und Knieprothesen

Bei einer Hüftprothese kann davon ausgegangen werden, dass sie nach 15 bis 20 Jahren auszutauschen ist. Doch die Statistik sagt etwas anderes. Von den rund 400.000 Hüft- und Knieimplantaten, welche jährlich in Deutschland eingesetzt werden, muss mehr als jede zehnte Prothese wieder entfernt und durch eine andere ersetzt werden. Vorwiegend sind es die folgenden Gründe, die einen Austausch erforderlich machen.

  • Lockerung
  • Infektionen
  • Luxation

Nachdem die Implantate eingesetzt wurden, kann es zu einer Fehlbelastung durch den Patienten kommen. Dies führt zum verstärkten Abrieb des Materials, was eine Lockerung zur Folge hat. Gewebeveränderungen können ebenfalls für eine Lockerung verantwortlich sein. Rund 36 % der Ursachen sind die aseptischen Lockerungen. Diese Lockerungen sind nicht auf bakterielle Infektionen zurückzuführen.

Bakterielle Infektionen können nämlich den Knochen selbst und auch das umliegende Gewebe schädigen. Prozentual kann von rund 15 % ausgegangen werden, dass die Infektion die Ursache für den Austausch der Hüft- und Knieprothesen ist. Um die 17 % werden der Luxation der Totalendoprothese angelastet.

Allergische Reaktionen können bei einem solchen Eingriff nicht ausgeschlossen werden. Doch durch die gründliche Vorbereitung auf den Einsatz von Hüft- und Knieprothesen ist diese Ursache stark rückläufig. In jedem Fall wird der behandelnde Arzt einen Allergietest durchführen. Außerdem werden die Materialien, welche zur Herstellung von Hüft- und Knieprothesen verwendet werden immer verträglicher. Ein geringer Prozentsatz der Ursachen lässt sich nicht eindeutig klären.

Titan als Material für Hüft- und Knieprothesen

Obwohl, laut www.welt.de (Weltn24 Artikel vom 07.07.2010), Titan-Implantate über viele Jahre für Hüftprothesen als ideales Material galten, reagierten viele Patienten allergisch. Das Problem ist hierbei darin zu sehen, dass aus rein immunologischer Sicht Titan keine Allergie hervorruft. Dabei darf eine Unverträglichkeit nicht mit einer Allergie verwechselt werden. Wegen der hervorragenden Einheilungsquoten wurde Titan bevorzugt implantiert.

Wird eine Allergie bei Hüft- und Knieprothesen aus Titan festgestellt, gestaltet sich die Hilfe recht schwierig. Sehr schmerzhaft für den Patienten sind die damit verbundenen Entzündungen. Aus diesem Grund ist eine Unverträglichkeitsprüfung auf dieses Material unerlässlich.

Gentest zur Verträglichkeitsbestimmung

Der Unverträglichkeitstest gliedert sich in zwei Stufen. Zunächst wird die Sensibilität des Patienten getestet. Der zweite Teil betrifft die Fresszellen, welche sich im Körper befinden. Stellt sich eine Überreaktion auf Titan heraus, muss eine Alternative, bezüglich des Materials für die Hüft- und Knieprothesen, gewählt werden. Im Vorfeld ist zu prüfen, ob dieser Test von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird. Die Kosten für den Test belaufen sich auf rund 100 Euro.