Ein Härtefall stellt die Betroffenen eine Fehl- oder Missbildung im Gesichts-, Kopf- und Halsbereich. Diese lassen sich durch Kleidung nicht kaschieren. Die Psyche der Patienten ist teilweise so geschädigt, dass sie suizidgefährdet sind. Da stellen die den Ärzten zur Verfügung stehenden rekonstruktiven Operationen ein hervorragendes Instrument dar, dem entgegenzuwirken.

Einsatzgebiete der mikrovaskulären Chirurgie

Auf dem medizinischen Sektor ist meist gültig, dass eine schnelle Korrektur für die Psyche und auch den Erfolg, ratsam ist. Vor allem jüngere Menschen haben oft Integrationsschwierigkeiten. Sie werden vom Umfeld aufgrund ihrer Optik als Außenseiter behandelt.

Die mikrovaskuläre Chirurgie bietet sich für folgende Bereiche an:

  • Krebserkrankungen
  • Unfälle
  • angeborene Fehlbildungen

Diagnosen für angeborene Fehlbildungen könnten wie folgt lauten:

  • Blutschwämme
  • Wucherungen des Lymphsystems
  • Muttermale
  • Funktionsstörungen an den Augenlidern
  • Fehlbildungen, wie die Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalte

Eine starke Beeinträchtigung stellt die Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalte dar.

Ein häufiger Eingriff ist dabei das Schließen einer Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten. Diese angeborene Fehlbildung bringt viele Hindernisse mit sich. Sie kann sich auf die Sprache und auch das Hörvermögen auswirken. Die Kiefer- und Zahnentwicklung kann negativ beeinflusst werden. Nicht zuletzt ist es eine Frage der Ästhetik, worunter die Betroffenen leiden.
Selten, aber nicht unerwähnt soll ein Apert-Crouzon-Syndrom oder Kleeblatt-Schädel bleiben. Es ist eine extrem schwere Deformierung des Schädels. Mit den innovativen Operationstechniken kann auch diese therapiert werden.

Operationstechniken

Neben der mikrovaskulären Lappenchirurgie hat der Chirurg, entsprechend des Krankheitsbildes des Patienten, zu entscheiden, ob doch die lokale Lappenplastik oder die Expandertechnik anzuwenden ist.

Die mikrovaskuläre Lappenchirurgie ist prädestiniert, wenn ausgedehnte Weichteildefekte und Knochendefekte zu behandeln sind. Rekonstruiert werden diese durch mikrochirurgischen Lappen.

Verpflanzt und mit den versorgenden Gefäßen werden bei dieser Technik entweder Weichgewebstranplantate, Hartgewebstransplantate oder es kann auch eine Kombination beider Transplantatarten sein. In der Praxis bedeutet es, dass die Gefäße im näheren Umfeld mit dem Defekt verbunden. Da dieses mit dem bloßen Auge gar nicht möglich wäre, ist das OP-Mikroskop für diesen Eingriff unerlässlich. Durch diese Methode haben die Gewebeteile, welche verpflanzt wurde, die beste Chance einzuheilen.

Resümee

Die mikrovaskuläre Chirurgie ist eine der wichtigsten Rekonstruktionsformen, wenn es sich um eine vollständige Transplantateinheilung handelt. Die Erfolgsrate liegt derzeit bei mehr als 90 %. Die mikrovaskuläre Chirurgie gehört zu den Kernaufgaben der rekonstruktiven Chirurgie im Gesichts-, Kopf- und Halsbereich. Bei der Tumorchirurgie konnte bisher für die Einheilung von mikrovaskulären, anastomosierten Transplantaten auf eine Wiederherstellung auf prozentual zwischen 90 und 95 verwiesen werden. Hervorragende Ergebnisse sind auch bei der Behebung von angeborenen Missbildungen zu verzeichnen. Ganz klar kann festgehalten werden, dass sich die Lebensqualität der Patienten nach den Operationen erheblich verbessert hat.